Sternenhimmel im April
Bernd Hüttner
Der astronomische Fühlingsanfang liegt hinter uns und durch die Umstellung auf mitteleuropäische Sommerzeit tritt die Dunkelheit sehr viel später ein. In der ersten Monatshälfte können wir noch die bekannten Sternbilder des Wintersecksecks im Südwesten beobachten. Mitte des Monats finden wir gegen 22:00 Uhr Sommerzeit das Sternbild Löwe genau im Süden. Der Hauptstern Regulus befindet sich fast genau auf der Ekliptik - dem Tierkreis. Im Südosten ist mittlerweile das Sternbild Jungfrau mit dem Hauptstern Spika aufgegangen. Im Osten in größerer Höhe finden wir das Sternbild Bootes, den Bärenhüter. Der orange Hauptstern Arktur gehört zu den scheinbar hellsten Sternen am Himmel. Regulus, Spika und Arktur bilden das berühmte Frühlingsdreieck. Das Sternbild Bootes folgt scheinbar dem Großen Bären nach. Dieses auch als Großer Wagen sehr gut bekannte Sternbild finden wir im April in den Abendstunden nahe beim Zenit. Durch fünffache Verlängerung der gedachten Linie durch die beiden letzten Kastensterne des Himmelswagens gelangen wir zum Polarstern. Vom Polarstern aus betrachtet liegt dem Großen Wagen die Kassiopeia, auch bekannt als Himmels-W, genau gegenüber. Die Kassiopeia steht in den Aprilabenden tief über dem Nordhorizont.
Am 20. April feiern Christen die Auferstehung des Herrn, das Osterfest. Karfreitag ist immer ein Freitag und Ostern folglich immer ein Sonntag. Deshalb kann es für diese Feiertage keine feststehenden Daten geben. Auf dem Konzil von Nicäa im Jahre 325 wurde für das Osterfest folgendes festgelegt: Das Osterfest wird am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang gefeiert. Vollmond ist am Sonntag dem 13. April, Ostersonntag genau eine Woche später.
Der Planet Merkur ist im April nicht sichtbar. Venus ist nach ihrer langen Sichtbarkeitsperiode am Abendhimmel zum ,,Morgenstern" geworden. Am 27. April strahlt Venus in ihrem größten Glanz am Morgenhimmel. Unser äußerer Nachbarplanet Mars befindet sich weiter vor dem Sternbild Zwillinge. Aufgrund seiner rötlichen Farbe ist Mars gut zu erkennen. Allerdings nimmt seine scheinbare Helligkeit stetig ab. Der Riesenplanet Jupiter ist in der ersten Nachthälfte im Sternbild Stier zu finden. Aufgrund seiner großen Helligkeit ist er sehr leicht zu finden. Bereits im Fernglas sind die 4 von Galilei entdeckten Jupitermonde zu erkennen. Saturn ist noch nicht zu sehen. Erst ab Mitte Mai können wir ihn in der Morgendämmerung auffinden.